Roussel, Albert: Symphony No. 2 - CD des Monats April 2008Roussel, Albert
Royal Scottish National Orchestra Denève, Stéphane - Conductor NAXOS▪ 8.570529 ▪ 1 CD ▪ DDDSymphony No. 2 in B flat major, Op. 23 1. I. Lent 17:35 2. II. Modéré 09:43 3. III. Très lent 15:41 4. Pour une fête de printemps, Op. 22 11:36 Suite in F major, Op. 33
5. I. Prelude 04:01
6. II. Sarabande 05:24
7. III. Gigue 04:35
„Stéphane Denève, Leiter des Royal Scottish National Orchestra seit 2005, spielt die Musik Roussels so, als sei sie ihm in die Wiege gelegt. Dieses Dream-Team entwickelt sich zu einer musikalischen Bank und einem echtes Star im NAXOS-Katalog. „Mehr davon, bitte!“, so David Hurwitz von Classicstoday.com über die erste Folge der Gesamtaufnahme der Orchestermusik Albert Roussels (8.570245). Nun ist die mit Spannung erwartete zweite Folge da, die fast unbekannte und dementsprechend selten eingespielte Werke von Roussel enthält. Zwei weitere Folgen mit Stéphane Denève und dem Royal Scottish National Orchestra werden folgen.
Die Sinfonie Nr. 2 von Albert Roussel (1869 – 1937) gehört bereits in die zweite, durch Experimentierfreude geprägte Phase seines Werkes und ist fast gänzlich unbekannt.
Roussels frische Komposition Pour une fête de printemps und die Sinfonie Nr. 2 sind nicht zufällig auf dieser CD versammelt. Ursprünglich war die sinfonische Dichtung von 1920 als zweiter Satz der Sinfonie Nr. 2 konzipiert. Weil Pour une fête de printemps jedoch den Rahmen sprengte, entschloss sich Roussel, das Werk separat zu veröffentlichen und erklärt dazu: „Ich habe dieses Stück als kleine Sinfonie in sich entwickelt, die mehrere Sätze in sich
vereint: Allegro, Scherzo, Andante. Der langsame Teil bildet das Zentrum.“
GIOACCHINO ROSSINI La Cambiale di matrimonio - NAXOS DVD - Bekannt geworden ist Rossini besonders durch seine komischen Opern, von denen er La Cambiale di matrimonio bereits im Alter von gerade mal 18 Jahren schrieb. Die Oper war ein großer Erfolg, und das Teatro San Moisè, das den Auftrag für den Einakter gegeben hatte, ließ noch vier weitere folgen.
Diese Produktion, die beim Rossini Opern Festival in dessen Geburtsstadt Pesaro aufgezeichnet wurde, glänzt besonders durch die Kombination der beiden bereits etablierten Vokalisten Désirée Rancatore und Saimir Pirgu und der hoch talentierten Newcomer Fabio Maria Capitanucci, Enrico Maria Marabelli sowie Maria Cortsevskaya.Orchestra Haydn di Bolzano e Trento
Umberto Benedetti Michelangeli, Leitung
Rossini Opera Festival, Pesaro, Italy August 2006
83 Min. 13 Sek.
DD 2.0 / Dolby Surround 5.0
NTSC Single Layer Disc
16:9
Rezension: DAS OPERNGLAS 4/2008 Knapp eineinhalb Stunden vergnüglich Rossini-Unterhaltung bietet diese in Zusammenarbeit von Naxos, Dynamic und dem Rossini Opera Festival entstandene DVD: die Farsa comica »La Cambialedi matrimonio«, mitgeschnitten in Pesaro im Sommer2006. Die detail- und einfallsreiche Inszenierung von Luigi Squarzino erinnert stilistisch an die Arbeiten von Jean Pierre Ponnelle oder Michael Hampe: Die Herangehensweise ist vom Grundsatz her realistisch (Bühnenbild und Kostüme von Tiziano Mancmi sind eine Augenweide!), doch mit jener Portion Ironie versehen, die gerade dieser recht konventionell gestaltete Einakter dringend braucht. Alles wirkt irgendwie etwas übertrieben - aber nur genau umso viel, dass das Ganze nicht von der Musik ablenkt und in Klamaukumkippt.
Musikalisch sorgt Umberto Benedetti Michelangeli am Pult des sauber spielenden, aber ziemlich trocken klingenden Orchestra Haydn di Bolzanoe Trentomit ausgewogenen Tempi für einen reibungslosen Ablauf. Etwas mehr 1
Esprit hätte allerdings nicht geschadet. Die Besetzung lässt große Namen vermissen, setzt stattdessen auf junge Stimmen und erweist sich schließlich als sehrhomogen. Mit Paolo Bordogna (Tobia Mill) und Fabio Maria Capitanucci (Slook) stehen zwei erstklassige Rossini-Sänger in der Nachfolge eines Renato Capecchi oder Sesto Bruscantini zur Verfügung: zwei kernige Baritonstimmen, ungemein höhensicher, dabei aber auch ausreichend beweglich für die geforderten Koloraturpassagen. Da beide zudem über eine guten Schuss visccimica verfügen, ist ihr Duett der absolute Höhepunkt der Aufführung. Auch Desire Rancatore wird vom Publikum lautstark gefeiert zu Recht. Ihr etwas soubrettig wirkender Sopran mit fabelhafter Koloraturtechnik und stupender Extremhöhe ist bei der Partie der kapriziösen Fanny bestens aufgehoben. Mit schönem Timbre und eleganter Phrasierung lässt Saimir Pirgu aufhorchen, doch bietet die Tenorpartie des Edoardo dem Sänger wenig Entfaltungsmöglichkeiten.
Eines allerdings mutet seltsam an: Der erste Track der DVD zeigt das Teatro Rossini in Pesaro - zunächst von außen, dann von innen - zeigt, wie elegant gekleidete Opernbesucherin den Logen Platz nehmen, ehe sich der Vorhang hebt. Die Vorstellung freilich hat in einer hässlichen Sportarena am Rande der Stadt stattgefunden, die seit jenem Sommer 2006 alljährlich fürs Festival umgerüstet wird… A. Laska
Verdis überaus tragische Oper Luisa Miller (Naxos DVD 2.110225), die 1849 in Neapel uraufgeführt wurde, basiert auf Schillers Kabale und Liebe.
Bei dieser Produktion aus dem Teatro La Fenice ließ sich der Regisseur Arnaud Bernard von Bernardo Bertoluccis berühmten Film 1900 inspirieren. Getragen wird die Oper von der herausragenden Sopranistin Darina Takova, deren sensible und intensive Charakterisierung Luisas die innere Qual und Zerrissenheit der Titelheldin fast greifbar werden lässt. Giuseppe Sabbatini überzeugt in einer spannungsgeladenen Darstellung des Rodolfo. Besonders die berühmteste Arie der Oper Quando le sere al placido ist ein musikalischer und theatralischer Höhepunkt.
Das OPERNGLAS schreibt in seiner März Ausgabe 2008: „Da sage noch jemand, Verdi werde heute nicht mehr opulent gesungen! (…) Durchweg hört man Stimmen, die sich über Höhensicherheit, Kraft und Volumen auszeichnen. Hier wird nicht auf Sparflamme gekocht.”
NAXOS startet sein eigenes DVD-Label und bereits die erste Produktion begeistert Käufer und Kritiker gleichermaßen.
„…ein brillianter Film.“ The Times, Richard Morrison „…eine ideale Verwirklichung im Film.” Stereo, März 2008 „…ein Wunder menschlichen Mutes“ The Daily Telegraph
The Full Monteverdi folgt dem gleichzeitigen Auseinanderbrechen von sechs Partnerschaften und durchwandert dabei die emotionalen Zustände anfänglich schockierender Offenbarung, der darauf folgenden tief empfundenen Wunsch nach Rache sowie der sich anschließenden erotischen Sehnsucht nach Wiederherstellung der Beziehung als Ensemblefilm. Mit seiner Verwundbarkeit und entwaffnenden Art wird dieser Film Sie auf seine emotionale Reise mitnehmen - ein wunderbar weises, bewegendes und intensives Portrait heutigen Liebens. http://thefullmonteverdi.wordpress.com/
Im FonoForum gar Stern des Monats März 2008 soll deren Rezension Ihnen einen Eindruck von der Produktion verschaffen:
Klassik - Menschen im Hotel Wie realistisch darf Musiktheater sein? Schafft Kunstgesang nicht a priori eine ästhetische Distanz, die jeden Realismus in Anführungszeichen setzt? Vor allem in den Medien Film und Fernsehen? Kann das Genre auch, wie speziell das deutsche Regietheater es gerne möchte, als gesellschaftliches Gewissen vereinnahmt werden? Unter dem Titel „The Full Monteverdi“ hat der englische Regisseur John La Bouchardière ein in diesem Zusammen - hang interessantes Experiment versucht – nicht mit einer Oper des Meisters aus Cremona freilich, sondern mit dessen Viertem Madrigalbuch. Dieses entstand im Jahr 1603, also zu jener Zeit, als der Komponist Hofkapellmeister des Herzogs von Mantua war; es ist eine Sammlung von höfischen Liebesliedern (und musikhistorisch ein wichtiger Schritt auf dem Weg von der kunstvollen Mehrstimmigkeit zur Mono - die). Gemeinsam mit Robert Hollingworth und dessen Vokalensemble „I Fagiolini“ sowie einer Gruppe von Schauspielern übertrug der Regisseur Monteverdis überzeitliche Zustandbeschreibungen von Liebe in allen Schattierungen, von der Ekstase zur Trauer des Verlassenen-Seins, auf heutige Beziehungen: Sechs Paare unterschiedlicher sozialer Herkunft treffen sich in einem Hotel, lieben und streiten sich und gehen schließlich auseinander. Monteverdis Madrigale fungieren dabei sowohl als Dialog wie auch als Gefühlsfolie, behalten dabei stets ihre ästhetische Eigenständigkeit. Zunächst als Bühnenproduktion herausgebracht, fand La Bouchardières Konzept seine ideale Verwirklichung im Film. Brillant. - Gerhard Persché
Karol Szymanowski war zweifellos Polens herausragende Musik-Figur in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Geboren am 6. Oktober 1882 in der heutigen Ukraine als Sohn einer wohlhabenden Kunst- und Musikinteressierten Familie des Landadels, erhielt Szymanowski seinen ersten Musikunterricht aufgrund einer langwierigen Beinverletzung auf dem heimischen Anwesen. Danach wurde er von seinem Onkel Gustav Neuhaus unterwiesen, der eine Musikschule in Elisavetgrad, dem heutigen Kirowograd leitete.
1901 ging Szymanowski nach Warschau und studierte dort bei Marek Zawirski Harmonielehre und bei Zygmunt Noskowski Kontrapunkt- und Kompositionslehre am dortigen Konservatorium. Innerhalb des russischen Imperiums war das Warschau jener Zeit allerdings lediglich Provinz, und seit Chopin war es keinem polnischen Komponisten mehr gelungen, die internationale Musikszene zu erobern. Doch Szymanowski gehörte einer Gruppe junger, begabter und ambitionierter polnischer Musiker an, die weit über den Tellerrand hinaus blickten. Bereits 1905 unternahm er gemeinsam mit Stanislaw Ignacy Witkiewicz seine erste Italienreise und gründete im selben Jahr mit Grzegorz Fitelberg, Ludomir Rozycki und Apolinary Szeluto mit Hilfe des Mäzens Wladyslaw Lubomirski die “Verlagsgenossenschaft junger polnischer Komponisten”, die sich der Verbreitung der Werke zeitgenössischer polnischer Komponisten widmete. Die Gruppe wurde schon bald darauf als “Junges Polen” bekannt, die Werke wurden 1906 in Warschau und Berlin uraufgeführt.
Auch Szymanowskis Sinfonie Nr. 2, die er 1910 vollendet hatte, wurde ein Jahr später in Warschau uraufgeführt, fand allerdings wenig Anklang beim dortigen Publikum. Die Besucher seiner Konzerte in Leipzig, Berlin und später auch Wien waren hingegen sehr angetan von der Sinfonie, die – wie sein gesamtes Werk vor dem 1. Weltkrieg - stark von Alexander Skrjabin beeinflusst war. In Wien beschäftigte sich Szymanowski mit dem Werk Debussys, Strawinskys und Ravels, doch seine Neugierde und die Suche nach Inspiration veranlassten seinen unruhigen Geist zu weiteren Reisen.
1914 brach er nach Italien auf, bereiste Sizilien und Nordafrika und landete schließlich über Rom und Paris in London, wo er Strawinsky traf.
Die Kriegsjahre verbringt er weitestgehend auf dem elterlichen Gut, wo er sich eingehend mit mediterraner und islamischer Geschichte und Kultur beschäftigt. Die Eindrücke seiner Reisen in den Mittelmeerraum und den Orient und diese Studien mündeten in eine Phase äußerster Kreativität, in der auch seine dritte Sinfonie Lied der Nacht auf Worte des persischen Sufi-Dichters Mevlana Dschelaleddin Rumi entstand, die Szymanowski 1916 vollendete. „…impressionistischer Farbenreichtum in Verbindung mit antiker, christlich-byzantinischer und orientalisch-mystischer Geisteshaltung…“ kennzeichnen diese Schaffensphase. „ Freie Handhabung der Harmonik, die sich mitunter der Grenze der tonalen Bindung nähert, dicht verflochtene Artikulationen, quasi improvisatorische Entwicklung der Form, raffinierte Orchestrierung, jugendstilhafte Ornamentik und expressive Melodik als Keimzelle der musikalischen Erfindung sind die Ingredienzien von Szymanowskis ganz persönlicher Klangsprache, die nun zur vollen Entfaltung kommt.“ (Peter T. Köster)
Szymanowskis Verdienst für die Musik besteht in seinem herausragenden Talent zur Synthese. Er verschmolz in seinem Werk verschiedene musikalische Kulturen und Stile zu seinem ganz eigenen Gepräge und fand so eine in die Zukunft gerichtete musikalische Mitteilungsform. Szymanowski starb im Alter von nur 54 Jahren in einem Sanatorium in Lausanne.
Antoni Witt, Chefdirigent der Warschauer Philharmoniker und selbst Schüler des berühmten polnischen Komponisten Krzysztof Penderecki, erfasst den individuellen Stil, die Tiefe und den Weitblick in Szymanowskis Kompositionen. Die Warschauer Philharmoniker, die als polnisches Nationalorchester auf das epochenübergreifende musikalische Werk Polens spezialisiert sind, geben Szymanowskis Sinfonien eine nationale Authentizität.
Inga Nielsen erlag, wie am Montag den 11. Februar 08 bekannt wurde, 61 jährig einem Krebsleiden.
Bereits im Alter von neun Jahren stand die Tochter eines dänisch-österreichischen Ehepaares bei Columbia Records im Studion um Volkslieder einzusingen. Ihre weitere musikalische Ausbildung absolvierte sie in Wien, Stuttgart und Budapest.
1975 im Alter von 29 Jahren verpflichtete Sie die Frankfurter Oper auf Drängen des Dirigenten Christoph von Dohnanyi, der ihre Stimme und ihr Gestaltungsvermögen überaus schätzte.
Nielsen wurde zu einer führenden Vertreterin des Fachs Sopran und sang auf den Bühnen der berühmten Opernhäuser weltweit. Helmut Rilling engagierte sie für mehrere Bach-Kantaten-Einspielungen.
Besonders innig wurde ihre musikalische Bindung zu Nikolaus Harnoncourt. Unter dessen Leitung sie in Zürich die Rolle der Agathe in Carl Maria von Webers «Freischütz» und Beethovens Leonore sang. Bis zu ihrem Tod förderte Inga Nielsen junge Sänger und Sängerinnen und arbeitete als Gastprofessorin an der Königlichen Musikhochschule in Kopenhagen.
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