101095: Arthaus:Giuseppe Verdi: Macbeth,
Verdis Opern sind Bestseller: Traviata, Rigoletto oder Troubadour sind Standardrepertoire an allen Opernhäusern. Den kleineren Werken wie „Sizilianischer Vesper“ oder auch Macbeth werden solche Ehren häufig nicht zu Teil.
Umso erfreulicher ist es, wenn Festivals wie das im englischen Glyndebourne sich eines solchen viel zu wenig beachteten Meisterwerks annehmen. Auf der Arthaus-DVD 101095 ist auch den Nichtbesuchern dieses Operngroßereignisses nun möglich sich von der Qualität dieser Oper zu überzeugen. Das Werk steigt in ganz erheblichem Maße mit der Qualität seiner Solisten. Vielen noch unvergessen ist die Aufnahme mit Fiorenza Cossotto als der – neben Maria Callas- ausdruckstärksten Lady Macbeth. Sie hat auf dieser Aufnahme mit Josephine Barstow eine Nachfolgerin gefunden, die einerseits die Machtgier und Umtriebigkeit andererseits in ihrer Arie „Quella Machia“ die erbarmungswürdige Jämmerlichkeit ihrer Figur blendend zu verdeutlichen vermag. In Kostas Paskalis hat sie musikalisch einen Partner an ihrer Seite, der ihr stimmlich das Wasser reichen kann und der schauspielerisch die Getriebenheit und psychische Abhängigkeit von seiner dominierenden Gattin blendend zu artikulieren vermag. Als wären der Superlative noch nicht genug, ist mit James Morris ein Banquo besetzt worden, der volltönend und trotzdem pronounciert der Rolle gerecht wird. Selbst die Nebenrollen- genannt sei an dieser Stelle der überzeugende Keith Erwen, als Macduff — sind mit Akteuren besetzt, die an mancher Staatsoper als blendende Solisten gelten dürften.
Mit dem London Philharmonic Orchestra entwickelt sich musikalisch ein Musikdrama , das, von John Pritchard mit unglaublichem Einfühlungsvermögen für die intellektuellen Tiefen der Partitur dirigiert, ein überzeugendes musikalisches Gemälde lebendig werden lässt. Dem steht auch die Regie nicht nach, die in Glyndebourne ein Machtdrama bester shakespearescher Couleur zur Aufführung brachte. Einfach ein audiophiles wie inszenatorischen Erlebnis sprechen können: Absolut empfehlenswert! (Christian Lindner)









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