GIOACHINO ROSSINI La Cambiale di matrimonio – NAXOS DVD - Bekannt geworden ist Rossini besonders durch seine komischen Opern, von denen er La Cambiale di matrimonio bereits im Alter von gerade mal 18 Jahren schrieb. Die Oper war ein großer Erfolg, und das Teatro San Moisè, das den Auftrag für den Einakter gegeben hatte, ließ noch vier weitere folgen.


Rossini La Cambiale di matrimonioDiese Produktion, die beim Rossini Opern Festival in dessen Geburtsstadt Pesaro aufgezeichnet wurde, glänzt besonders durch die Kombination der beiden bereits etablierten Vokalisten Désirée Rancatore und Saimir Pirgu und der hoch talentierten Newcomer Fabio Maria Capitanucci, Enrico Maria Marabelli sowie Maria Cortsevskaya.
Orchestra Haydn di Bolzano e Trento
Umberto Benedetti Michelangeli, Leitung

Rossini Opera Festival, Pesaro, Italy August 2006

83 Min. 13 Sek.
DD 2.0 / Dolby Surround 5.0
NTSC Single Layer Disc
16:9

Rezension:
DAS OPERNGLAS
4/2008 Knapp eineinhalb Stunden vergnüglich Rossini-Unterhaltung bietet diese in Zusammenarbeit von Naxos, Dynamic und dem Rossini Opera Festival entstandene DVD: die Farsa comica »La Cambialedi matrimonio«, mitgeschnitten in Pesaro im Sommer2006. Die detail- und einfallsreiche Inszenierung von Luigi Squarzino erinnert stilistisch an die Arbeiten von Jean Pierre Ponnelle oder Michael Hampe: Die Herangehensweise ist vom Grundsatz her realistisch (Bühnenbild und Kostüme von Tiziano Mancmi sind eine Augenweide!), doch mit jener Portion Ironie versehen, die gerade dieser recht konventionell gestaltete Einakter dringend braucht. Alles wirkt irgendwie etwas übertrieben – aber nur genau umso viel, dass das Ganze nicht von der Musik ablenkt und in Klamaukumkippt.
Musikalisch sorgt Umberto Benedetti Michelangeli am Pult des sauber spielenden, aber ziemlich trocken klingenden Orchestra Haydn di Bolzanoe Trentomit ausgewogenen Tempi für einen reibungslosen Ablauf. Etwas mehr 1
Esprit hätte allerdings nicht geschadet. Die Besetzung lässt große Namen vermissen, setzt stattdessen auf junge Stimmen und erweist sich schließlich als sehrhomogen. Mit Paolo Bordogna (Tobia Mill) und Fabio Maria Capitanucci (Slook) stehen zwei erstklassige Rossini-Sänger in der Nachfolge eines Renato Capecchi oder Sesto Bruscantini zur Verfügung: zwei kernige Baritonstimmen, ungemein höhensicher, dabei aber auch ausreichend beweglich für die geforderten Koloraturpassagen. Da beide zudem über eine guten Schuss visccimica verfügen, ist ihr Duett der absolute Höhepunkt der Aufführung. Auch Desire Rancatore wird vom Publikum lautstark gefeiert zu Recht. Ihr etwas soubrettig wirkender Sopran mit fabelhafter Koloraturtechnik und stupender Extremhöhe ist bei der Partie der kapriziösen Fanny bestens aufgehoben. Mit schönem Timbre und eleganter Phrasierung lässt Saimir Pirgu aufhorchen, doch bietet die Tenorpartie des Edoardo dem Sänger wenig Entfaltungsmöglichkeiten.
Eines allerdings mutet seltsam an: Der erste Track der DVD zeigt das Teatro Rossini in Pesaro – zunächst von außen, dann von innen – zeigt, wie elegant gekleidete Opernbesucherin den Logen Platz nehmen, ehe sich der Vorhang hebt. Die Vorstellung freilich hat in einer hässlichen Sportarena am Rande der Stadt stattgefunden, die seit jenem Sommer 2006 alljährlich fürs Festival umgerüstet wird…

A. Laska

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